MISCHI

Da die Nachbarn als spiessig, langweilig und verweichlicht galten, machten sie sich auf die Suche nach einem männlichen Bandmitglied, welcher das angeschlagene Image aufpeppen kann. Nach jahrelanger, aufwendiger Suche fand man die passende Persönlichkeit, verpackt in einem stählernen Adoniskörper und mit einer Gesichtsbehaarung, die selbst jene des Herrn Jesus in den Schatten stellt und die morgendliche Rasur zu einem Wälderroden werden lässt. Zu seinen alltäglichen Gewohnheiten gehört das Schildkröten kauen, Steine zerdrücken und das Drachentöten. Der Retter des Nachbarnimages hört nicht auf einen Namen, sondern auf einen Urlaut: Michel Heinzmann.

 

Manche munkeln er sei schon 1000 Jahre alt und er hätte mit blossen Händen das Matterhorn geschaffen. Andere wiederum meinen er sei der Erfinder des Schnauzes und er hätte einen Typen so fest verprügelt, dass dieser einen Stimmbruch erlitt. Er selbst behauptet felsenfest er sei 1990 geboren und in Visperterminen aufgewachsen, was ihm aber niemand glaubt.

Um die Bestie zu bändigen, versuchten seine verzweifelten Eltern, Chuck Norris und Bud Spencer, jede erdenkliche Therapie, bis ihnen der Dalai Lama empfahl, dem Kinde das Gitarrenspiel beizubringen. Und siehe da, kaum nahm er das Instrument zur Hand, verwandelte er sich in einen begnadeten Balladenschreiber. Er entdeckte, dass er seine Gewalt ausleben konnte, indem er mit schmalzigen Schnulzen jedes noch so gefrorene Frauenherz zum Glühen brachte.

Manche munkeln er sei der perfekte Schwiegersohn mit seinen phänomenalen Kochkünsten, seinem Futzpimmel, ähh... Putzfimmel und seiner Vorliebe fürs Kuscheln. Andere wiederum meinen, dass hinter den Bergen von Muskeln sowie den wunderschön funkelnden blauen Schlitzaugen und seinen weichen, warmen, zarten Händen nur ein liebevolles Wesen steckt, dass einfach nur geliebt werden möchte. Er selbst behauptet, dass das alles erfunden sei, was ihm aber niemand glaubt.